Eine vergleichsweise unterschätzte Institution ist das “Gasthaus Klein” , das “schon seit vor dem Krieg” (also als die Cecilienstraße noch Kaiser-Wilhelm-Straße hieß) existiert, erzählt Inhaberin Therese Kraus, eine Tochter von Frida Fischer, der legendären Köchin, die bis zu ihrem Tod 2011 noch 89jährig in ihrer Kittelschürze hinter der Theke stand. Und, wie es heißt, als Stammgericht nicht nur w
underbare Hausmannskost (Blumenkohl mit Frikadellen oder Kotelett mit Plattgeschmelzte!) bereitete und damit neben Handwerkern und Arbeitern auch Szeneoriginale wie Armin anzog, sondern zudem – wann auch immer – ein Verhältnis mit Weinhändler Walter Schmidt gegenüber gehabt haben soll (“Frühverlobte”). Walter starb 84jährig schon 2008 – ein herber Doppelschlag für die Identität dieses Teils der Cecilienstraße, nicht nur, weil es heute nichts mehr zu Essen gibt. Daß nach 35 Jahren Weinhandel seit 2010 das ähnlich alteingesessene Antiquariat Mang aus der Johanniststraße ins große Lokal gegenüber einzog, ist freilich nicht negativ. Zur wissenschaftlichen Exaktheit sei das exakte Datum nachgetragen, als Vater Klein den Schankbetrieb aufnahm: 1921. Damit ist das später vom Sohn Klein geführte Gasthaus mit der “Stadtschenke” das älteste im Viertel. Bei aller Persistenz im Innen- und Außendesign verdeutlicht die zur WM 2006 erstmals aufgestellte Großbildleinwand, dass man Innovationen gegenüber nicht resistent ist.