18/05/2026
Vom Eiscafé & Pension zum Boutique-Tagungshotel
𝟯𝟱 𝗝𝗮𝗵𝗿𝗲 𝗪𝗮𝗹𝗱𝗯𝗹𝗶𝗰𝗸
Drei Generationen – Eine Familie – Eine Leidenschaft
„Ich habe immer wieder gemerkt, dass so ein kleines Unternehmen eine schöne Aufgabe für mich wäre." Mit dieser Idee im Kopf – und einem Mann, der irgendwann sagte: „Na dann mach los!" – setzte Helga Haufe im Herbst 1990 den ersten Spatenstich. Die Rede ist von einem kleinen Eiscafé in Friedersdorf: eine Eisdiele mit fünf Fremdenzimmern.
Was folgte, waren sicher nicht immer gerade Wege. Neben der altbekannten Bürokratie und dem Wandel vom DDR- hin zum BRD-Recht ließ auch der Neid – wie so oft – gleich gar nicht auf sich warten. Helga quittiert das bis heute mit einem Lächeln: „Mitleid bekommt man geschenkt, Neid muss man sich erarbeiten." Aufgeben? Das war nie ein Thema.
Tochter Jana wuchs von der ersten Stunde in das Unternehmen hinein. Beide büffelten nebenbei an der Hotelfachschule in Konstanz – Fernstudium, wohlgemerkt, neben Job und Alltag. Die ganze Familie packte mit an.
Schon früh war klar, dass ein zweiter, größerer Bau folgen würde: ein Hotel mit Restaurantbetrieb direkt nebenan. Geprägt von der Aufbruchsstimmung der Wendejahre entstand das Hotel & Restaurant Waldblick in weniger als acht Monaten. Am 28. Dezember 1992 eröffnete das Haus mit 22 Zimmern seine Türen. Was dabei immer gesetzt war: Die Gäste sollen sich fühlen, wie Helga es sich selbst von anderen Häusern wünschte.
In den folgenden 20 Jahren kamen Schritt für Schritt weitere Bereiche hinzu –Küche, Restaurant, Wellness-Suite, Tagungsräume. Und die Hotelzimmer? Die werden bis heute von ortsansässigen Handwerkern in liebevoller Detailarbeit handgefertigt renoviert. Nichts von der Stange. So macht das eben ein Familienbetrieb.
Oft stellte sich Jana allerdings die Frage: „Was – oder besser: WER – kommt nach mir?"
Damit hätte damals wohl niemand gerechnet: Janas Sohn Daniel kam.
Eigentlich Polizist, verbeamtet – und doch entschied er sich, den Waldblick in die dritte Generation zu führen. Seit dem 1. Januar 2020 führt er das Haus. Und er trägt es mit einer Energie, die Oma Helga vor 35 Jahren vielleicht nicht hätte ahnen können: fast 30 Mitarbeiter, Gäste aus aller Welt – hier, in Friedersdorf. Ein Wintergarten, der zur modernen Tagungsstätte wurde. Eine Küche, die Gäste immer wieder zurückbringt. Und Zukunftspläne, die Daniel ganz bewusst mit Helga teilt – weil sie so viel davon noch miterleben soll.
Was Daniel antreibt? Die Überzeugung, dass Wachsen und Bewahren kein Widerspruch sind. Dass ein Familienbetrieb mit so vielen Jahren Geschichte genauso innovativ denken kann wie ein Start-up – wenn das Fundament stimmt. Sein Anspruch: den Waldblick als Aushängeschild der Region und der Branche zu führen. Mit dem Unternehmergeist, der dieses Haus von Anfang an geprägt hat.
Was ist für dich der „Waldblick“
Helga: „Hier kann man sich fallen lassen. Die menschliche Wärme."
Jana: „Gäste kommen in ‚ihren Waldblick' – nicht in ein Hotel."
Daniel: „Ein Treffpunkt für viele Generationen. Für alle, die wirklich ankommen wollen."
35 Jahre Höhen und Tiefen. Immer durch die Familie gemeinsam getragen.
Helgas Wunsch für die nächsten 35? „Ehr’ das Alte – wag das Neue."
(Andreas Coppenrath)
Das machen wir, Helga. Das machen wir. 💚