19/02/2025
**Hallo ihr Lieben,**
ich war lange nicht mehr aktiv in den sozialen Medien – eigentlich aus einem einfachen Grund: Mich macht vieles extrem traurig und fassungslos, was immer wieder passiert. Natürlich kann man nicht einfach wegschauen und so tun, als wüsste man von nichts. Aber irgendwann hat man keine Kraft mehr, weil einen das alles so sehr mitnimmt.
Ich wollte dazu eigentlich ein Video machen, doch mein trauriger Zustand hat es leider nicht zugelassen – all das, was geschehen ist und vor allem das, was jetzt in München passiert ist.
An erster Stelle möchte ich den Angehörigen der Opfer eine schnelle Genesung, viel Kraft und Geduld wünschen und mein herzliches Beileid. Es macht mich unglaublich traurig und wütend, dass so etwas passiert – und dass immer wieder unschuldige Kinder und Menschen darunter leiden und so etwas durchmachen müssen.
Ich bin selbst eine gebürtige Afghanin, die in Deutschland aufgewachsen ist, hier ihr Leben aufgebaut, hart dafür gearbeitet und gekämpft hat, um endlich eine Heimat und Frieden zu finden. Und das habe ich hier auch gefunden. Sicherlich mögen das einige nicht hören oder sehen wollen, aber Deutschland ist meine – unsere – Heimat, die ich mit allen Mitteln beschützen würde. Einmal haben wir unsere Heimat Afghanistan verloren, ein zweites Mal möchte ich das nicht erleben.
Als gebürtige Afghanin habe ich viele Erfahrungen mit Asyl, Arbeit, Wohnen, Selbstständigkeit und dem Angestelltendasein gemacht. Ich kenne auch die Kernprobleme, die es in Deutschland mit dem Asylsystem und den Sozialleistungen gibt. Doch leider wird man mit solchen Themen nirgendwo eingeladen – weder in Talkshows noch in Zeitungen – obwohl ich mehrmals darum gebeten habe, meine Erfahrungen zu teilen und vielleicht sogar Lösungen vorzuschlagen. Doch es scheint niemanden zu interessieren. .soeder
Es macht mich auch sehr traurig, dass sich die afghanische Community und die afghanischen Vereine hier nicht trauen, offiziell in den Medien ein Gespräch zu suchen, obwohl sie dafür sogar Gelder bekommen. Trotzdem nimmt niemand eine Stellungnahme ein.
Nichtsdestotrotz möchte ich eines sagen: Ich weiß nicht, was hier in letzter Zeit passiert. Ich, meine Familie und viele andere Afghanen, die ich persönlich kenne, haben sich hier ein Leben aufgebaut, Deutschland in unser Herz geschlossen, arbeiten hart, zahlen Steuern, sind Teil der Gesellschaft geworden und haben Deutschland zu unserer Heimat gemacht. Doch nun leiden wir massiv darunter. Wir haben selbst Angst und fragen uns, was wir tun können, um der deutschen Bevölkerung und den Behörden zu helfen, damit wir alle friedlich zusammenleben können – ohne Hass, ohne Angst.
Meine Familie und ich leiden sehr unter der aktuellen Situation und hoffen und beten, dass endlich wieder Ruhe einkehrt und Deutschland zu Stabilität findet.
**In Liebe, eure Narges**