23/12/2025
𝗗𝗶𝗲 𝘀𝘁𝗶𝗹𝗹𝗲 𝗙𝗲𝗶𝗲𝗿
Marta packt alles sorgfältig ein. Die Karte. Die restlichen Buttergebäck-Sterne. Zwei kleine Kerzen.
Als sie im Seniorenheim ankommt, wartet man schon auf sie. Hermann sitzt in seinem kleinen Zimmer am Tisch. Er hat sich eine Fliege umgebunden.
Marta lächelt. Sie stellt alles auf den Tisch. Zündet die Kerzen an. Legt die Karte neben die Dose mit den Plätzchen.
„Frohe Weihnachten, Hermann", sagt sie leise.
Hermann nimmt die Karte. Seine Hände zittern leicht, als er sie öffnet und liest: Für Hermann, von Marta und Karl. In Dankbarkeit für all die Jahre.
„Danke", flüstert er. Seine Augen werden feucht.
Sie sitzen zusammen. Essen Plätzchen. Schauen auf die Kerzen. Reden nicht viel.
Es ist keine große Feier. Nur zwei Menschen, die diesen Moment teilen.
Als Marta geht, umarmt Hermann sie kurz. „Karl wäre stolz", sagt er.
Zu Hause sitzt Marta in ihrem Sessel. Die Kerze auf dem Tisch brennt noch.
Draußen schneit es. Die Flocken tanzen vor dem Fenster.
Morgen ist Heiligabend. Sie wird allein sein. Zum ersten seid - Sie weiß es nicht mehr.
Es wird Sie nicht erdrücken. Nicht dieses mal. Sie hat einen Weg gefunden mit kleinen Verbindungen, die sie geknüpft hat: Hermanns Lächeln. Die geteilte Wolle. Karls stille Fürsorge, die nun ihre eigene geworden ist.
Sie lehnt den Kopf zurück und schließt die Augen.
Die Welt dreht sich weiter...