04/08/2026
KNEIPENSTERBEN GEHT UNS ALLE AN!
Wieder schließt eine Kultkneipe. Wieder verschwindet ein Ort, an dem Musik gelebt wurde, Freundschaften entstanden sind und junge Bands ihre ersten Auftritte hatten. Diesmal trifft es die „Drogerie“ in Neuburg.
Viele denken: „Ist doch nur eine Kneipe.“ Nein. Es ist ein Stück Kultur. Ein Treffpunkt. Eine Bühne. Ein zweites Wohnzimmer für Menschen, die nicht jeden Abend vor Streamingdiensten sitzen und ihre sozialen Kontakte einem Algorithmus überlassen wollen.
Jedes Mal, wenn eine Kneipe schließt, verliert ein Ort ein Stück seiner Seele.
Wir beklagen, dass Innenstädte aussterben, Jugendliche nur noch am Handy hängen und es immer weniger Live-Musik gibt. Gleichzeitig bestellen wir bequem online, bleiben zu Hause und wundern uns irgendwann, warum plötzlich alles verschwunden ist.
Eine Kneipe lebt nicht von Likes. Sie lebt von Gästen.
Wer möchte, dass es auch morgen noch Konzerte, Stammtische, Rockbars, Vereinsheime und Musikclubs gibt, muss sie heute besuchen. Nicht irgendwann. Nicht erst, wenn es zu spät ist.
Mein Respekt gilt allen Kolleginnen und Kollegen, die trotz steigender Kosten, immer mehr Bürokratie und sinkender Besucherzahlen weitermachen. Die wenigsten von uns machen diesen Job wegen des Geldes. Wir machen ihn aus Leidenschaft, weil wir Menschen zusammenbringen und Kultur eine Bühne geben wollen.
Mein Mitgefühl gilt Klaus Köppl, der nach vielen Jahren voller Herzblut seine Türen schließen muss.
Geht wieder raus. Unterstützt eure Kneipen, Clubs und kleinen Veranstalter. Denn erst wenn die letzte Bühne geschlossen, das letzte Konzert verstummt und der letzte Stammtisch verschwunden ist, merken wir, was wir verloren haben.
So bitter das ist: Eine Kneipe verschwindet selten an einem einzigen Tag. Sie stirbt langsam. Gast für Gast. Und irgendwann bleibt nur noch ein Zeitungsartikel übrig. Eine ziemlich miese Bilanz für eine Gesellschaft, die ständig behauptet, Kultur sei ihr wichtig.