05/05/2026
Heute bereite ich Milch und Sahne für die Pasteurisierung vor – morgen wird Eis gemacht.
Ich habe mir vorgenommen, ein Eis herzustellen, das mich wirklich an früher erinnert. An den Geschmack meiner Kindheit. Ein Eis, das nach Milch und Sahne schmeckt – voll, rund und ehrlich. Ohne dass etwas den natürlichen Geschmack überdeckt.
Wenn ich heute in viele Eistheken schaue, sehe ich oft perfekt aufgebaute Eisberge. Sie stehen stabil, behalten lange ihre Form und sehen beeindruckend aus. Aber ich frage mich dabei immer: Wie viel davon ist noch echtes Handwerk und wie viel ist das Ergebnis von Technik und Zusatzstoffen?
Ich möchte bewusst einen anderen Weg gehen. Für mein Eis verwende ich nur Milch, Sahne, Zucker und natürliche Zutaten. Keine Pulver, keine künstlichen Stabilisatoren, keine Tricks.
Das bedeutet auch, dass mein Eis sich natürlicher verhält: Es wird mal weicher sein, mal auch etwas fester oder härter – je nach Temperatur und Frische. Vielleicht schmilzt es schneller, vielleicht sieht es nicht immer perfekt aus.
Aber genau das gehört für mich dazu. Eis ist ein frisches Produkt. Es darf sich verändern, es darf schmelzen – das ist für mich ein Zeichen von Natürlichkeit.
Vor 40 Jahren gab es viele der heutigen Möglichkeiten noch nicht. Keine große Auswahl an verschiedenen Zuckerarten, keine ausgefeilte Technik, keine Vielzahl an Zusatzstoffen. Und trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – hat Eis damals so besonders gut geschmeckt. Es war nicht perfekt in der Optik, aber es war echt.
Ich möchte dieses Gefühl wieder einfangen. Den Fokus zurück auf das Wesentliche legen: gute Rohstoffe, saubere Verarbeitung und Zeit.
Mal sehen, ob mir das gelingt. Für mich ist es ein Schritt zurück zu dem, was Eis für mich einmal war – ein ehrlicher Genuss.