02/07/2026
Teil 2 – Ein Einblick in meine Arbeit
Das Retten und Digitalisieren historischer Medien – wie dieses Tonband.
Es wurde mir in dem Zustand übergeben, wie auf Bild 1 zu sehen ist: lose in einer Tüte.
Bild 3wirkt auf den ersten Blick sehr schlimm. Tatsächlich handelt es sich um einen ca. 250 m langen Bandabschnitt, was bei einer Abspielgeschwindigkeit von 19,5 cm/s etwa 21 Minuten entspricht. Wie das Band in diesen Zustand geraten ist, lässt sich nur vermuten. Wahrscheinlich wurde es über Jahrzehnte so gelagert und gelegentlich umgelagert, wodurch es an vielen Stellen geknickt wurde.
Beim mühsamen Entwirren zeigte sich, dass das Band an den Knickstellen häufig riss. Diese Risse wurden sofort repariert und geklebt, wie in Bild 3 zu sehen ist. An einigen Stellen war das Band zudem stark verformt, sodass ich einzelne Fragmente zunächst auf eine Spule aufgewickelt habe, um sie etwas zu glätten.
Nachdem das gesamte Band entwirrt war, wurden Bandenden, die eindeutig zueinander gehörten, zusammengefügt und verklebt. Enden, die nicht eindeutig zugeordnet werden konnten, wurden auf separate Spulen gewickelt (siehe Bild 8).
Diese einzelnen Spulen wurden anschließend nacheinander digitalisiert. Die digitalisierten Aufnahmen wurden danach wie ein Puzzle zusammengesetzt, sodass die ursprüngliche Reihenfolge rekonstruiert werden konnte (Bild 5). Auf dieser Basis konnten schließlich auch die analogen Bandstücke in der richtigen Reihenfolge zusammengefügt und verklebt werden.
Am Ende entstand so wieder ein vollständig restauriertes Tonband