13/10/2019
Ein Raunen geht durch die Chemnitzer Einwohnerschaft. Der Ratskeller macht dicht. Hat woanders unter leicht abgewandeltem Namen Ratsstube Chemnitz wieder eröffnet. Ein schlechter Witz? Leider nein, mitnichten. Zwar hat nicht jede Stadt einen solchen Ratskeller (Chemnitz ja auch erst seit 1911) und bei weitem nicht nicht allen Städten ist der Ratskeller mit im Rathaus drin, so z.B. in Zschopau, da ist er schräg gegenüber des Rathauses, jetzt ein ausländischer Spezialitätenimbiß. Aber hier in Chemnitz, da bricht man mit einer über hundertjährigen Tradition, da gehörte der Ratskeller zum Rathaus wie der Deckel zum Topf. Mit sehr viel Engagement und Herzblut betrieben von Dirk Gust und soweit man das als Gast sagen kann, hat er's immer gut hingekriegt. Doch schon einmal, kurz nach Kriegsende, ist der Ratskeller "emigriert" und fand "Asyl" bemerkenswerterweise ausgerechnet da, wo er heute wieder hin ist, ins ehem. Mamma Joes am Johannisplatz 1 (wie Ihr wißt, hieß dieser nach dem Krieg Stalinplatz). Ein Zufall? Nur mit dem Unterschied, daß er damals seinen Namen behalten hat und wohl vorgesehen war, bei nächster Gelegenheit wieder in's alte Domizil zurückzukehren (auch wenn diese "nächste Gelegenheit" etwas mehr als 10 Jahre dauerte). Doch diesmal scheint eine Rückkehr nicht vorgesehen zu sein. Betreiber Dirk Gust geht im Clinch, denn er will natürlich nicht für Kosten aufkommen, die der Vermieter, also die Stadt zu tragen hat. Nähere Einzelheiten gehen aus dem Beitrag von TAG24 Chemnitz hervor, der auch die Hintergründe näher beleuchtet.
https://www.tag24.de/nachrichten/chemnitz-ratskeller-schliessung-rathaus-sanierung-streit-stadt-kuendigung-mama-joes-917258
Bild links oben: Samml Gert Kreiselmeier
Bild rechts unten: Wikipedia
Abb. links unten: Telefonbucheintrag von 1952 (steht 1956 ebenso drin, nach 1958 ist der Ratskeller wieder am alten Platz, Pächter ist aber da erstaunlicherweise die Wismut)