04/08/2020
Heute führt uns unser Pfingstausflug mal wieder in diese Ecke. Was könnten diese Häuser alles erzählen, wenn sie mit sich reden ließen. Aber Ihr wißt sicherlich auch so, wo wir hier gerade angekommen sind.
Der alte Abt Hilarius hätte sicher seine helle Freude daran gehabt, wie gut das Umfeld seiner ehemaligen Gefilde heute noch erhalten ist - bzw. wieder. Wo er selber einst scharwenzeln ging, verkleidet als normaler Chemnitzer, um herauszukriegen, was das Volk über ihn und seinesgleichen dachte, brodelte doch die Reformation schon recht ordentlich. Ganz links sehen wir das Gebäude Schloßberg 15, darin war etwa zur Zeit der Bildentstehung die Verwaltung der Gondelgesellschaft des Schloßteiches, später bis Kriegsende eine Kindertagesstätte. Das Haus mit dem bemerkenswerten Dachgarten existiert leider nicht mehr. Etwas außerhalb des linken Bildrandes ist der Schloßberg 16, das beliebte Miramar, während rechts davon - hier in Bildmitte - der Schloßberg 14 zu sehen ist. Damals die Bäckerei Burkhardt, später war dort zusätzlich noch ein Eisverkauf. In hohen DDR Zeiten hatte darin der Dipl.-Formgestalter Horst Hartmann sein Atelier. Nach beendeter Sanierung nach 1998 hatte darin die Vereinte (eine Krankenversicherung) eine Zweigstelle eröffnet, bald danach wurde dort auch das Gasthaus Abteistuben unter Peter Welker eröffnet. Seit kurzen läuft das Gasthaus jedoch unter dem neuen Namen Speisekammer mit dem neuen Betreiber Tobias Gust. Das werden wir bei nächster Gelegenheit ausprobieren, denn der Name Gust hat nicht nur schon einen sehr guten Leumund vom Kellerhaus her, sondern auch von Dirk Gust als Betreiber der Ratsstube Chemnitz am Johannisplatz 1 und der Ausspanne. Das Haus mit dem roten Dach im Hintergrund, das heute wieder seine originalen Dachgauben hat, ist postalisch Schloßberg 8, dort betrieb bis vor einigen Jahren Monika Hegewald ein kleines, aber feines Eiskaffe. Das beliebte Kellerhaus (2. Gebäude von rechts) ist hier nur mit einem schmalen Streifen zu sehen und war schon früher eine Gaststätte. Erst ab den 70er Jahren erhielt der Bezirksverband der Gehörlosen dort sein Domizil. Ganz rechts, leider nur im Schatten, ist das Haus Schloßberg 1 zu erkennen. Die Räume wurden schon vor dem Krieg von verschiedenen Kolonial- und Materialwarenhändlern genutzt, in DDR Zeiten war darin ein HO Laden für Nahrungs- und Genußmittel. Nach der Sanierung um 1999 war darin zunächst das Versicherungsbüro Elke Köhler und bald darauf das Gasthaus Schloßdestille, heutiger Name Schloßvorwerk.
Verlag leider nicht angegeben, Poststempel 1912