22/09/2026
Auch wenn es bei uns kein Schnitzel gibt! 😉Es ist entsetzlich, wie viele Gastrobetriebe in der letzten Zeit schließen mussten. Der Kampf geht weiter und die nächste Erhöhung des Mindestlohns steht in Kürze an. Was hilft die Steuersenkung beim Sprit für Gewerbetreibende? Auch das bekommen wir mit voller Breitseite zu spüren.Die Preise der Rohstoffe sind schon wieder gestiegen, die Speditionen nehmen hohe Frachtzuschläge, um ebenfalls zu überleben. Die nächste Preiserhöhung wird leider nicht lange auf sich warten lassen.Wir sind eher ländlich gelegen, und umso trauriger macht es uns zu sehen, dass viele Gäste – vor allem Familien – nicht mehr kommen, da sie es sich nicht mehr leisten können. Das war nie unsere Intention.“
„DIE MWST WURDE DOCH GESENKT – WARUM IST MEIN SCHNITZEL NICHT BILLIGER?“ 🤔
Diese Frage hört man gerade oft.
Und sie klingt erstmal logisch.
Ist sie aber nur, wenn man einen entscheidenden Punkt weglässt:
👉 Was hätte das Schnitzel OHNE die Mehrwertsteuersenkung gekostet?
Seit Januar gilt auf Speisen in der Gastronomie wieder 7 statt 19 % Mehrwertsteuer.
Das bedeutet aber nicht:
12 Prozentpunkte weniger Steuer = 12 % Rabatt für den Gast.
Ein Beispiel:
Ein Gericht kostet 20 €.
Bei 19 % MwSt bleiben dem Betrieb davon netto rund 16,81 €.
Bei 7 % MwSt sind es rund 18,69 €.
Also knapp 1,90 € mehr.
Klingt erstmal nach einem ordentlichen Plus.
Nur: Dieses Geld trifft nicht auf die Kostenstruktur von 2019.
📈 Lebensmittel sind in den vergangenen Jahren massiv teurer geworden.
📈 Energie ist deutlich teurer.
📈 Löhne und Arbeitskosten sind stark gestiegen.
📈 Der Mindestlohn ist allein 2026 von 12,82 € auf 13,90 € gestiegen.
📈 Gleichzeitig sind die realen Umsätze in der Gastronomie rückläufig.
Und jetzt kommt der entscheidende Punkt:
Die Mehrwertsteuersenkung sorgt deshalb nicht zwangsläufig dafür, dass Preise sinken.
Sie kann dafür sorgen, dass sie nicht noch stärker steigen müssen.
Genau das ist ein Unterschied, der in der aktuellen Diskussion gerne verloren geht.
Denn ohne die Senkung hätte ein Gastronom bei weiter steigenden Kosten nur wenige Möglichkeiten:
➡️ Preise weiter erhöhen
➡️ Personal reduzieren
➡️ Investitionen verschieben
➡️ Qualität reduzieren
➡️ oder niedrigere beziehungsweise negative Ergebnisse akzeptieren.
Die 7 % schaffen Luft.
Und ja: Ein Teil dieser Luft bleibt beim Unternehmen.
Das ist kein Fehler im System. Das ist ein Teil des Sinns der Maßnahme.
Auch die Bundesregierung hat ausdrücklich erklärt, dass die Entlastung sowohl über Preise an Verbraucher weitergegeben als auch zur wirtschaftlichen Stabilisierung und für Investitionen genutzt werden kann.
Deshalb ist die entscheidende Frage nicht:
❌ „Warum ist mein Essen nicht billiger geworden?“
Sondern:
✅ „Wie teuer wäre es geworden, wenn die Steuer bei 19 % geblieben wäre?“
Und genau dieses Szenario sehen wir auf keiner Speisekarte.
Keine Preissenkung bedeutet deshalb nicht automatisch, dass beim Gast nichts angekommen ist.
Manchmal besteht die Entlastung schlicht darin, dass der nächste Preissprung ausbleibt.
Und für eine Branche, die gleichzeitig mit steigenden Löhnen, hohen Warenkosten und sinkenden realen Umsätzen kämpft, ist genau das ziemlich relevant.
7 % MwSt sind kein Rabattcode.
Sie sind eine Entlastung für Gastronomie – und damit letztlich auch für ihre Gäste.
Quellen: Statistisches Bundesamt, Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Deutscher Bundestag/Bundesregierung, Bundesfinanzministerium.