16/09/2026
Norbert Raeder: Ich beende meine Wahlperiode mit einem Handschlag – Tiny Häuser stehen in Reinickendorf! Kommunalpolitik bewegt – Warum es auf eure Stimme am Sonntag ankommt...
Liebe Freundinnen und Freunde,
am kommenden Sonntag wählen wir – und es geht unter anderem um unsere direkte Kommunalpolitik hier in Reinickendorf. In den letzten Wochen habe ich oft gehört: „Ihr bewegt ja doch nichts“ oder „Ihr seid ja nur ein Abbild der Bundespolitik“.
Heute möchte ich euch zum Ende dieser Wahlperiode zeigen, dass genau das Gegenteil der Fall ist.
Ein Erfolg für die Menschlichkeit: Die neue Generation der Tiny-Häuser ist da!
Im Oktober letzten Jahres habe ich den Antrag eingebracht, metallverkleidete „Tiny-Häuser“ als Winterschlafplätze für sozial benachteiligte Menschen in unserem Bezirk aufzustellen. Bevor ich diesen Schritt ging, war es mir ein Herzensanliegen, alle Fraktionen und Einzelverordneten anzusprechen und um eine gemeinsame Unterstützung zu bitten. Mein Ziel war es zu zeigen: Obdachlosigkeit und Wohnungslosigkeit sind kein parteipolitisches Thema, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die wir nur gemeinsam lösen können.
Ich habe mich daher sehr gefreut, dass meine Kollegen Silvia Schmidt, Felix Lederle, Hinrich Westerkamp, Keskin Günes, Mirzu Laila und weitere Verordnete diesen Antrag mit mir gemeinsam unterzeichnet haben. Dieses starke Zeichen des Zusammenhalts führte dazu, dass die BVV (mit Ausnahme der SPD) dem Projekt zustimmte.
Heute wurden die ersten zwei von insgesamt vier Häusern offiziell von der Firma „Home and Care“ und den offiziellen Vertretern an das Bezirksamt übergeben. Es ist mir ein Herzensanliegen, hier ein großes Dankeschön auszusprechen: Es ist von unschätzbarem Wert, Unternehmen in unserem Bezirk zu haben, die sich über das rein Geschäftliche hinaus engagieren. Firmen, die eigene Impulse setzen, aktiv Verantwortung übernehmen und bereit sind, gemeinsam mit der Politik Neues auf den Weg zu bringen, sind für unsere Gemeinschaft unverzichtbar. Der Firma „Home and Care“ kann man in diesem Fall nur mehr als herzlich danken. Dass sie diesen Weg in Reinickendorf, für Reinickendorf und – wie wir sehen – auch weit über unsere Grenzen hinaus immer wieder als verlässlicher Partner gemeinsam mit uns gestaltet, ist beispielhaft.
Was mich zudem stolz macht: Wir setzen hier auf echte Innovation. Diese neue Generation von Tiny-Häusern ist technisch auf dem neuesten Stand und als mobile Einheit auf einer Anhängerbasis aufgebaut. Sie sind solide gebaut und verfügen über alles, was ein sicheres und menschenwürdiges Schlafen ermöglicht:
Komfort & Technik: Ein gemütliches Bett, Nachttischchen, Fenster und Tür sorgen für ein Mindestmaß an Privatsphäre.Autarkie: Dank eines integrierten Solardachs können die Bewohner kleine Geräte wie Handys oder ein Radio mit Strom versorgen.
Diese Häuser sind ein Projekt, das sich stetig weiterentwickelt – genau wie wir es damals mit den kleinen Holzhütten in der Stargardtstraße begonnen haben. Zudem sind sie durch ihre Bauweise flexibel und können bei Bedarf problemlos an andere Standorte transportiert werden.
Ein Vorreiter aus Reinickendorf für ganz Deutschland
Das Beste daran: Reinickendorf übernimmt hier wieder einmal eine Vorreiterrolle. Dieses Modell stößt bereits weit über unsere Bezirksgrenzen hinaus auf großes Interesse. Erste Anfragen aus anderen Berliner Bezirken und sogar aus Städten wie Dortmund liegen bereits vor, die diese neue Form der Hilfe ebenfalls einsetzen wollen. Ich bin unglaublich stolz darauf, dass wir von Reinickendorf aus diesen deutschlandweiten Impuls setzen.
Bei der offiziellen Übergabe habe ich Herrn Stadtrat Uwe Brockhausen die Hand gereicht und ihm dazu gratuliert, dass wir es gemeinschaftlich – als BVV und Bezirksamt – geschafft haben, die Idee der Tiny-Häuser hier in die Tat umzusetzen. Da er als Stadtrat ausscheidet und nicht erneut kandidiert, war mir dieser Handschlag auch ein persönliches Anliegen: Es war eine Geste der Versöhnung, denn auch wenn wir in vielen anderen Bereichen oft unterschiedlicher Meinung waren, haben wir hier an einem Strang gezogen. Auch wenn die SPD-Fraktion dem Antrag damals nicht zugestimmt hatte, war es mir wichtig, diesen Moment der Gemeinsamkeit zu betonen – ein Zeichen, dass wir über parteipolitische Grenzen hinweg für Reinickendorf denken sollten. Ich wünsche ihm für den neuen Lebensabschnitt alles Gute.
Mein Appell für Sonntag
Genau diesen Geist – das Ringen um die beste Lösung für die Menschen vor Ort, unabhängig von Parteibuch oder ideologischen Gräben – möchte ich auch in der kommenden Wahlperiode fortsetzen. Lassen Sie uns bei der Wahl am Sonntag nicht für oder gegen die große Weltpolitik stimmen, sondern für die lokale Sacharbeit. Lassen Sie uns die Themen voranbringen, die Reinickendorf lebenswert machen.
Ich freue mich über jede Stimme, die diesen Weg der konstruktiven, überparteilichen Arbeit unterstützt. Gehen Sie wählen!
Herzlichst,
Ihr noch Bezirksverordneter
Norbert Raeder