21/10/2026
Sitzungen sind zwar oft interessant, manchmal aber auch nicht so spannend oder gar langweilig. Fast immer lohnt sich die Teilnahme trotzdem: Das liegt an den Kaffeepausen und am anschliessenden Apéro!
Beim ungezwungenen Apéro lernen wir uns persönlich kennen, dort pflegen wir unsere Kontakte. Nicht selten ergibt sich ein wertvoller Austausch. Es werden Ideen lanciert, auf die an der Sitzung niemand kam – oder die dort niemand aussprechen wollte.
Natürlich kennt man den gemeinsamen Umtrunk oder die zwanglose Zwischenverpflegung auch anderswo, doch in der Schweiz scheint mir das «verre ensemble» ein besonders fester Bestandteil der Kultur zu sein (auch wenn das Feierabendbier bedauerlicherweise unter Druck ist).
Immer wieder beobachte ich, dass sehr unterschiedliche Menschen, z.B. Politikerinnen und Politiker aus verschiedenen Lagern, beim Stehempfang oder beim gemütlichen Beisammensein hervorragend miteinander auskommen und vernünftig miteinander diskutieren.
Zwar führt ein Glas Wein nicht immer zu bahnbrechenden Ideen, doch es lässt Gedanken entstehen, für die im offiziellen Teil kein Platz war. Vertrauen wächst in persönlichen Begegnungen, ohne Zeitdruck und oft dann, wenn man sich nicht auf ein bestimmtes Ergebnis einigen muss.
Wer einander schon einmal abseits des Sitzungstisches begegnet ist, kann trotz Kontroversen leichter aufeinander zugehen. Das ist gerade in einer Zeit wichtig, in der Debatten zunehmend von klaren Fronten geprägt sind.
Das Ausgrenzen von Leuten mit anderen Meinungen resp. das «Brandmauer-Denken» überlassen wir besser unserem grossen Nachbarn im Norden. Die Apéro-Kultur ist ein Standortvorteil der Schweiz: Lasst uns lösungsorientiert bleiben – und gesellig!