27/07/2026
Eine Ergänzung meinerseits (Almbäuerin Kathrin) zum schönen Artikel über unsere Alm im Salzburger Bauer. Wenn ihr ein paar Minuten Zeit habt, gerne lesen:
Lange habe ich, Kathrin die (Alm)Bäuerin , überlegt, ob ich zu dem wunderschönen Zeitungsartikel über unsere Litzelhofalm überhaupt noch etwas ergänzen soll. Denn eines vorweg: Wir haben uns alle sehr darüber gefreut und möchten uns herzlich für den liebevoll geschriebenen Beitrag bedanken. Wir haben den Artikel sogar vorab bekommen und unser OK gegeben.
In den letzten Tagen haben mich allerdings einige Nachrichten erreicht, unter anderem die Frage: „Wo kommst denn du im Artikel vor?“
Die Antwort ist ganz einfach: Ich war an diesem Termin nicht dabei. Unsere beiden Kinder waren krank und deshalb war für mich klar, dass nur der Bauer den Termin wahrnehmen konnte. Und was machten wir Almbäuerinnen? Wir blieben daheim. Ich kümmerte mich um die Kinder, Marianne backte frisches Brot für die Alm und arbeitete beim sommerlichen Stallputz weiter, damit unsere Kühe nach dem Almsommer wieder ein sauberes und gemütliches Zuhause vorfinden.
Eine Nachricht hat mich besonders zum Nachdenken gebracht: „Im Artikel wirkt es so, als würde der Toni alles alleine schaffen.“ Natürlich weiß ich, dass das nie die Absicht der Verfasserin war. In einem Zeitungsartikel kann man gar nicht alle Menschen und ihre Arbeit sichtbar machen.
Also für alle interessierten Leser: Bewirtschaftet wird unsere Alm und unser Heimbetrieb von Toni und mir, mit Unterstützung von Marianne und Toni sen. Nur gemeinsam kann so etwas funktionieren.
Gerade in diesem Jahr - das internationale Jahr der Bäuerin -, wo die Leistungen der Bäuerinnen mehr Aufmerksamkeit bekommen und ihre oft unsichtbare, aber unverzichtbare Arbeit in den Mittelpunkt gerückt wird, möchte ich diesen Moment nutzen, um auch uns Almbäuerinnen sichtbar zu machen.
Denn hinter einer erfolgreichen Alm stehen viele fleißige Hände. Auch wir zwei Almbäuerinnen Kathrin und Marianne leisten mit ganz viel Herzblut unseren Beitrag dazu, dass die Litzelhofalm das ist, was sie heute ist. Vom Brotbacken über Stallarbeit, Haushalt, Organisation bis hin zu all den kleinen und großen Aufgaben, die oft niemand sieht – aber die einfach unverzichtbar sind.
Ja, Eigenlob ist nicht unsere Art. Aber ein bisschen Anerkennung tut auch uns gut und soll unsere oft im Hintergrund verrichteten Arbeiten, die ebenso ein unersetzlicher Beitrag für das große Ganze darstellen, auch benennen und den Lesern begreifbar machen, dass so ein Betrieb nur dann funktioniert, wenn alle gemeinsam an einem Strick ziehen. Egal ob sichtbar präsent nach Außen oder im Hintergrund.
Deshalb soll dieser Beitrag keine Kritik sein, sondern einfach eine kleine Ergänzung. Ein Dankeschön an alle Frauen am Hof und auf den Almen, deren Arbeit oft im Hintergrund passiert und ohne die vieles nicht möglich wäre.
Und zum Schluss noch einmal: Danke für den gelungenen Artikel – wir haben uns wirklich sehr darüber gefreut.
Die Litzlhofalm in Rauris zählt zu den besonderen Juwelen der Salzburger Almlandschaft – mit gelebter Tradition, innovativer Bewirtschaftung und vielfach ausgezeichnetem Almkäse.