03/08/2026
WETTERLETTER die armen Wiener...
Wie angekündigt, hat sich nun das hartnäckige Subtropenhoch nochmals über weiten Teilen Mitteleuropas schön „aufgeblasen“. Es wird in ganz Österreich sehr warm, ganz im Osten richtig heiß. Im Großraum Wien z.B. erwarten wir bis inkl. Mittwoche Höchstwerte um 40 Grad.
Die Sache mit der Strahlungsbilanz:
Bei solchen Wetterlagen ist die maximal erreichbare Luft-Temperatur auch in Österreich fast ausschließlich über die Strahlung bzw. die Strahlungsflüsse determiniert. Klar, unsere Sonne liefert mal die gesamte Strahlungsenergie und bei oft nahezu wolkenlosem Wetter kommen um die Mittagszeit gerne um 1000 Watt pro Quadratmeter am Boden an. Dieser kann, je nach Oberfläche, oft so um 10-30% davon sofort wieder zurück ins All reflektieren (Albedo 0,1-0,3). Diese „Energie“ hat also keine Wirkung auf die Erwärmung. Der immer noch dicke Rest kann die Erdoberfläche aber auf rund 40-60 Grad Celsius erwärmen, an Tagen wie diesen. Aber, eine heiße Oberfläche strahlt auch sehr effektiv ins All ab und zwar mit der 4. Potenz der Temperatur nach den Stefan-Boltzman Gesetzt und das limitiert die weitere Erwärmung!
Und wenn die Oberflächen so warm werden, dann messen wir auch an den amtlichen Stationen um und über 35 Grad im Schatten. Warum nicht mehr, dazu vielleicht demnächst mal…
Welche Rolle spielt die Verdunstung?
Um flüssiges Wasser in gasförmigen Wasserdampf umzuwandeln, benötigt es ziemlich viel Energie. Wenn nun also an so einem sonnigen Sommertag die Wiesen, Felder usw. in der Früh noch feucht sind, dann geht ein Teil der Sonnenstrahlung so gesehen verloren, wenn diese Feuchte ja verdunstet werden muss. Der Temperatur Anstieg wird also etwas verzögert, im Vergleich zu oft trockenen Oberflächen, wie z.B. in den Innenstädten.
Um Tmax um 40 Grad in Österreich zu erreichen, braucht es also auch eine gewissen Trockenheit. Und die haben wir, vor allem auch im NO von Österreich. Dann kommt noch dazu, welches Grünzeugs überhaupt noch Wasserdampf liefern kann. Bäume sind da oft sehr lange zuverlässig, kleines Gewächs bekommt viel schneller „Hitzestreß“. Dann verschließen die sich sozusagen, schützen sich vor weiteren Wasserverlust und geben nichts mehr nach außen ab, was verdunstet werden könnte. Dann steht all die Sonnenstrahlung zur Erwärmung der Oberfläche und der Luft darüber zur Verfügung. Ganz so trivial ist die Sache im Detail dann nicht, aber für diese Anschauungen völlig ausreichend. War es in Regionen die letzten Tage bis Wochen schon ziemlich trocken und heiß, dann sind bei entsprechender Wetterlage gerne um 2-3 Grad zusätzlich drin (Tmax), als in Regionen, wo es doch immer wieder satte Güssen gab.
Die armen Wiener also…
Nicht nur politisch geplagt, nun auch noch die elende Hitze in und um Wien. Auch wenn genau so was unsere Klimaschützer in Wahrheit extrem freut, darf ich ein wenig vergleichen. Auch in und um Innsbruck war der Sommer bislang ausgesprochen warm und sonnig, aber eben nicht so trocken wie anderswo. Wir hatten über diese Hitzewellen immer wieder Schauer und Gewitter, so weit Abkühlung gegen Abend und in der Früh mehrere Stunden so um 15-19 Grad, wo man effektiv Lüften und abkühlen konnte. Ich habe in meiner Bude aktuell genau 25 Grad, der Venti läuft, es ist richtig angehen.
Aber, wenn man diesen Sommer in Regionen und Umständen leben musste, wo es in der Früh schon deutlich über 20 Grad hat, man die Hitze tagsüber schlecht abschotten kann und auch das Lüften schwierig wird, ja dann wird es ohne Klimaanlagen wirklich zach. Rotglühende Hitzewarnungen der Obrigkeiten helfen da freilich, auch wenn es weder in der Bude noch sonstwo deswegen kühler wird, wenn Hitze amtliche bestätigt ist, dann fällt das Leiden leichter. Oder so irgendwie vielleicht. Wichtig ist, wie wir über die Corona-PCR Pandemie gelernt haben, den Alarm möglichst hoch zu halten, egal welchen, aber täglich! Das ist das Beste für die Gesellschaft, das bringt uns weiter, ganz sicher!
Abb. 1 zeigt noch den aktuellen Stand der Österreich- Verbrennung. Die Farbgebung stammt vom VOEST-Hochofenmodell, die Quelle ist unsere geliebte GSA (Spartacus). Bis inkl. gestern war dieser Sommer also exakt genau so überhitzt, wie die Sommer 2003 und 2024 (zu Klimamittel 1961-1990).
Die kommenden Tage sind wir dann sicher über Rekordniveau unterwegs, mit Sommerende am 1. September orakle ich, dass wir nur den 3. Platz erreichen werden. Aber das ist freilich kein Grund, die Klimakatastrophe zu verharmlosen, gell…😉