15/10/2026
🚜💔 𝗠𝗶𝘁 𝗱𝗲𝗺 „𝗢𝗰𝗵𝘀𝗲𝗻“ 𝘄𝗶𝗿𝗱 𝘂𝗻𝘀𝗲𝗿𝗲 𝗚𝗲𝘀𝗰𝗵𝗶𝗰𝗵𝘁𝗲 𝗮𝗯𝗴𝗲𝗿𝗶𝘀𝘀𝗲𝗻!
𝗭𝘄𝗲𝗶 𝗝𝗮𝗵𝗿𝗲 𝗮̈𝗹𝘁𝗲𝗿 𝗮𝗹𝘀 𝘂𝗻𝘀𝗲𝗿 𝗮𝗹𝘁𝗲𝘀 𝗥𝗮𝘁𝗵𝗮𝘂𝘀 – und bald nur noch Schutt. Nach meinem Beitrag beim 𝘒𝘶𝘭𝘵𝘶𝘳𝘦𝘭𝘭𝘦𝘯 𝘌𝘳𝘣𝘦 𝘚𝘤𝘩𝘪𝘧𝘧𝘦𝘳𝘴𝘵𝘢𝘥𝘵 lässt mich dieses Schicksal nicht los.
Ein historisches Gebäude ist kein reines Baumaterial. 𝗘𝘀 𝗶𝘀𝘁 𝘂𝗻𝘀𝗲𝗿𝗲 𝗜𝗱𝗲𝗻𝘁𝗶𝘁𝗮̈𝘁.
Der Dichter Friedrich Hebbel gab einem zum Abriss verdammten Gebäude eine eigene Stimme.
Seine Ballade „𝗗𝗮𝘀 𝗮𝗹𝘁𝗲 𝗛𝗮𝘂𝘀“ passt erschreckend genau auf das, was unserem Gasthaus „zum Ochsen“ jetzt droht.
Hört hin, was diese ehrwürdigen Mauern uns heute zurufen würden:
📜 𝗗𝗮𝘀 𝗮𝗹𝘁𝗲 𝗛𝗮𝘂𝘀 (Auszug)
Der Maurer schreitet frisch heraus,
er soll dich niederbrechen;
da ist es mir, du altes Haus,
als hörte ich dich sprechen:
»Wie magst du mich, das lange Jahr′
der Lieb′ und Eintracht Tempel war,
wie magst du mich zerstören?«
Dein Ahnherr hat mich einst erbaut
und unter frommem Beten
mit seiner schönen, stillen Braut
mich dann zuerst betreten.
Ich weiß um alles wohl Bescheid,
um jede Lust, um jedes Leid,
was ihnen widerfahren.
Noch lange Jahre kann ich stehn,
bin fest genug gegründet,
und ob sich mit der Stürme Wehn
ein Wolkenbruch verbündet,
kühn rag′ ich wie ein Fels empor,
und was ich auch an Schmuck verlor,
gewann ich′s nicht an Würde?
Und hab′ ich denn nicht manchen Saal
und manch geräumig Zimmer?
Und glänzt nicht festlich mein Portal
in alter Pracht noch immer?
Noch jedem hat′s in mir behagt,
kein Glücklicher hat sich beklagt,
ich sei zu klein gewesen.
Nun schweigt es still, das alte Haus;
mir aber ist′s, als schritten
die toten Väter all heraus,
um für ihr Haus zu bitten,
und auch in meiner eig′nen Brust,
wie ruft so manche Kinderlust:
Laß stehn das Haus, laß stehn!
Indessen ist der Mauermann
schon ins Gebälk gestiegen,
er fängt mit Macht zu brechen an,
und Stein′ und Ziegel fliegen.
Still, lieber Meister, geh von hier,
gern zahle ich den Taglohn dir;
allein das Haus bleibt stehen.
𝐹𝑟𝑖𝑒𝑑𝑟𝑖𝑐ℎ 𝐻𝑒𝑏𝑏𝑒𝑙
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