15/07/2026
Nach vier Schützenfesten müssen wir leider eine ehrliche Entscheidung treffen
Von Freitag bis Montag haben wir wieder alles gegeben. Wochenlange Vorbereitung, Aufbau, Einkauf, Organisation, vier lange Festtage, anschließend Abbau, Reinigung und Aufräumen. Wir haben das alles gern gemacht, weil wir an die Tradition geglaubt haben und weil dieser zusätzliche Ausschank an der Gaststätte Müller seit Jahrzehnten zum Schützenfest dazugehört.
Umso schwerer fällt uns dieses Fazit:
Trotz der ganzen Arbeit sind wir in diesem Jahr mit einem Verlust aus dem Schützenfest gegangen.
Natürlich wissen wir, dass unser Stand rund 100 Meter vom eigentlichen Schützenplatz entfernt liegt. Trotzdem war unser Platz über viele Jahre ein fester Anlaufpunkt. Besonders der Montagsumzug brachte immer viele Menschen zu uns. Von hier aus hatte man eine sehr gute Sicht auf den Umzug, konnte gemeinsam feiern und wurde gleichzeitig bewirtet – gerade weil auf dem Schützenplatz während der Aufräumarbeiten kaum etwas geöffnet war.
Der Montagsumzug findet mittlerweile nicht mehr statt. In diesem Jahr führte nun auch der Sonntagsumzug nicht mehr an unserer Gaststätte vorbei. Damit fiel ein weiterer wichtiger Anlaufpunkt weg, und das hat sich deutlich bemerkbar gemacht.
Wir möchten niemandem einen Vorwurf machen. Zeiten verändern sich, Abläufe verändern sich und auch Traditionen verändern sich. Aber am Ende müssen wir ehrlich rechnen: Wenn man tagelang arbeitet, vorher und nachher unzählige Stunden investiert, viele Helfer benötigt und anschließend trotzdem draufzahlt, dann ist irgendwann der Punkt erreicht, an dem es einfach keinen Spaß mehr macht.
Nach inzwischen vier Schützenfesten müssen wir deshalb leider sagen:
Unter diesen Voraussetzungen werden wir uns diese Arbeit im nächsten Jahr voraussichtlich nicht mehr machen.
Das fällt uns nicht leicht. Denn damit verschwindet vielleicht wieder ein kleines Stück Tradition. Doch Tradition kann nur bestehen, wenn sie von den Menschen angenommen, unterstützt und gemeinsam getragen wird. Sie lebt nicht allein davon, dass einige wenige immer wieder Zeit, Kraft und Geld investieren.
Wir bedanken uns von Herzen bei allen Gästen, die uns besucht, bei uns gefeiert und uns unterstützt haben. Ebenso danken wir allen Helferinnen und Helfern, ohne die dieser Kraftakt überhaupt nicht möglich gewesen wäre.
Vielleicht regt dieser Beitrag den einen oder anderen zum Nachdenken an. Denn viele lieb gewonnene Dinge verschwinden nicht plötzlich – sie verschwinden Stück für Stück, weil irgendwann niemand mehr die Kraft hat, sie alleine weiterzutragen.
Das Team Gaststätte Müller