16/11/2025
Was machen Sie denn da? *** Ich richte warmen Apfelstrudel mit Vanilleeis und Sahne an. Das Eis stellen wir in unserer Manufaktur in Mukran selbst her und seit letztem Sommer füllen wir es auch in bunte „Treibeis“-Becher ab. Verschiedene Sorten, die kommen gut an. Ich bin schon seit 1998 im Unternehmen, habe in verschiedenen Filialen gearbeitet. Als ich anfing, wurde das Café in Binz eröffnet und auch die Eröffnung in Mukran habe ich miterlebt - das war auf einmal eine ganz andere Größenordnung. Nach einer Operation am Knie habe ich darum gebeten, in die Kleine Konditorei versetzt zu werden. Die ist überschaubarer, ruhiger und die Gäste sind immer entspannt und freundlich, vielleicht wegen der schönen Lage direkt am Meer. Oft kehren Ausflügler ein, die im Nationalpark Jasmund oder zu den Kreideklippen gewandert sind. Was für einen Unterschied das für uns im Verkauf und Service macht, haben wir besonders im Sommer gemerkt, als die SailGP in Sassnitz ausgetragen wurde. Die Stadt war voller Menschen und die Kleine Konditorei und unser Café im Hafenbahnhof haben gebrummt. Es war sehr stressig für uns, keine Frage, aber eine tolle Stimmung, alle Gäste gut drauf. Ich arbeite jetzt seit 27 Jahren für die Bäckerei Peters und bemerke, dass sich die Kunden zunehmend für die Zutaten und Herstellung interessieren. Ich werde zum Beispiel gefragt, ob wir den Sauerteig selbst herstellen – ja! – und wie viel Prozent von welchem Getreide im Brot ist. Da erkläre ich gerne, dass wir mit naturbelassenem, frisch gemahlenem Mehl arbeiten und die Getreideanteile sich ändern können, weil die Brotteige während der Herstellung und Reifung von der Jahreszeit, dem Wetter und mehr beeinflusst werden. Das habe ich gelernt, als ich unseren betriebsinternen „Brotführerschein“ gemacht habe und eine Nacht in der Backstube mitgelaufen bin. Viele Kunden kommen speziell wegen der Brote zu uns und Urlauber nehmen sich oft welche mit nach Hause. Die sagen: „Wir freuen uns, dass es so gutes Brot gibt!“